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gina 5
Junior Member



396 Beiträge

Erstellt am: 15.07.2021 :  21:55:36 Uhr  Profil anzeigen Sende gina 5 eine private Nachricht  Antwort mit Zitat
Liebe*r Forumsteilnehmer*innen

Diese seltsamen Worte sehe und höre ich immer häufiger. Man kann dem wohl nicht mehr ausweichen. Ich muss gestehen, mich nervt es und ich finde es schade, wenn Worte so verstümmelt werden. Bezeichnungen, zB Berufsbezeichnungen, die zuvor alle Geschlechter umfassten, werden jetzt plötzlich sinnentfremdet und als einem Geschlecht zugehörig zugeteilt. So meine persönliche Empfindung.

Ganz klar, die Sprache ist männlichkeitslastig. Es steht viel öfters ein "der" vor einem Begriff als ein "die". ZB "der" Mensch. Auch kommt das Wort "Mann" hie und da in Familiennamen vor (Stadelmann, Herrmann) während mir grad keine "Frau" in einem Namen einfällt. Aber ob dieser Weg das ausgleicht? Und ist es der richtige Weg, um alle Geschlechter als gleichwertig zu respektieren? Ich glaube nicht.

Wo eine Person im Vordergrund ist, finde ich es ja noch ok. Auch wenn es schöner ist, dann beide zu erwähnen. Der Arbeitskollege, die Arbeitskollegin. Aber bei allem wo eine Funktion oder sonst eine Gruppierung oder sowas im Vordergrund steht, finde ich es daneben und künstlich. ZB bei einem Fahrverbotsschild mit dem Zusatz "Radfahrer" gestattet, da zweifle ich keinen Moment daran, dass ich als Frau nicht ebenfalls mit dem Rad durch fahren darf

Was auch nicht passt, konsequenterweise müsste man die Einzahl der *innen auch "ver*innnen*. zB D*ie Leser*in.

Dies meine persönliche Ansicht.

Wie findet ihr das so? Bin gespannt
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Mosac
Junior Member



170 Beiträge

Erstellt  am: 15.07.2021 :  23:43:28 Uhr  Profil anzeigen Sende Mosac eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zu dem Thema habe ich einen interessanten Artikel gefunden:
[url https://www.tagblatt.ch/schweiz/geschlechtergerechte-oder-neutrale-sprache-und-wo-bleibt-der-mensch-ld.1095546][/url]

Folgende Zitate daraus bringen es meiner Meinung nach auf den Punkt:
———
„Das Problem rührt daher, dass grammatisches Geschlecht (Genus) und biologisches Geschlecht (Sexus) verwechselt werden.“

„«Der Mensch» ist ebenso wenig männlich wie «die Person» weiblich und «das Mitglied» eine Sache.“

„Wer bei Bezeichnungen für Berufe oder Tätigkeiten auf die Nennung beider Geschlechter pocht, betont das biologische Geschlecht, wo es nichts zu suchen hat.“
———

An meiner letzten Arbeitsstelle wurde sehr viel Wert auf gendergerechte Sprache gelegt. Es war ziemlich anspruchsvoll und bisweilen umständlich das konsequent umzusetzen...
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Lusi
Advanced Member



24115 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  06:37:29 Uhr  Profil anzeigen Sende Lusi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Die ganze Sache läuft aus meiner Sicht aus dem Ruder, versaut die Sprache und ist übertrieben.
Ich würde viel lieber sehen, dass ein echte Gleichstellung so viel Aufmerksamkeit bekommt. Seit 35 Jahren sehe ich da keine Fortschritte. Ausser, dass jetzt Nichtmänner auch länger arbeiten sollen, aus Gleichstellungsgründen, ich aber 35 Jahre lang weniger verdient habe als Männer. Da kommt mir das Kotzen.

Ich verwende wo immer möglich z.B. "die Mitarbeitenden", statt Mitarbeiter und Andere sollen sich mitgemeint fühlen. Es kann vielem ausgewichen werden, ohne die ganze Sprache zu versauen.
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katharina1
Average Member



988 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  09:03:59 Uhr  Profil anzeigen Sende katharina1 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
??? als hätten wir keine anderen Probleme als Der, Die oder Das???
Ist wohl jetzt in Mode wie Vegan, Klimaneutral oder Fridays for Future.

Unsere Firma bietet keine Trainings bei neuen Programmen oder Updates an, da muss man sich selber durchwursteln aber:
an Diversity and Inclusion Workshops müssen wir teilnehmen.

Irgendwas läuft komisch und ich geb Lusi 100% recht.
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Lusi
Advanced Member



24115 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  09:18:15 Uhr  Profil anzeigen Sende Lusi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: katharina1

??? als hätten wir keine anderen Probleme als Der, Die oder Das???
Ist wohl jetzt in Mode wie Vegan, Klimaneutral oder Fridays for Future.

Unsere Firma bietet keine Trainings bei neuen Programmen oder Updates an, da muss man sich selber durchwursteln aber:
an Diversity and Inclusion Workshops müssen wir teilnehmen.

Irgendwas läuft komisch und ich geb Lusi 100% recht.


Bin auch voll bei dir.
Für nichts hat es Geld.. für solchen Scheiss schon.
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Monteverdi
Junior Member



110 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  09:42:49 Uhr  Profil anzeigen Sende Monteverdi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: gina 5



Ich sehe das wie Sibylle Berg (Zitat): "Es könnte so einfach sein, Mädchen oder Menschen, die sich nirgends zugehörig fühlen, mithilfe einer Endung oder eines Binnen-I oder eines Sternchens anzusprechen. Und sie nicht einfach "mitzumeinen". Und es ist vollkommen egal, ob sie sich irgendwann in eine "Rolle" finden oder nicht. Denn die Jugend ist die Zeit der Unendlichkeit, die bleiern sein kann".

Also ja, ich finde genderneutrale Sprache wichtig. "Klimaneutral" und "Fridays for Future" finde ich übrigens auch wichtig - seltsam, dies als "Mode" zu bezeichnen.

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bea
Junior Member



335 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  09:53:10 Uhr  Profil anzeigen Sende bea eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Es gibt diverse Studien, die zeigen, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Insofern finde ich genderneutrale Sprache auch sehr wichtig. Ob alle Ausgestaltungen dann immer so gelungen sind, mag man tatsächlich hinterfragen. Ich bin da aber ganz bei Monteverdi.
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hutti
Average Member



593 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  10:10:50 Uhr  Profil anzeigen Sende hutti eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: bea

Es gibt diverse Studien, die zeigen, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Insofern finde ich genderneutrale Sprache auch sehr wichtig. Ob alle Ausgestaltungen dann immer so gelungen sind, mag man tatsächlich hinterfragen. Ich bin da aber ganz bei Monteverdi.


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Jolly-Jumper
Advanced Member



7465 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  18:37:41 Uhr  Profil anzeigen Sende Jolly-Jumper eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Monteverdi

Zitat:
Original erstellt von: gina 5



Ich sehe das wie Sibylle Berg (Zitat): "Es könnte so einfach sein, Mädchen oder Menschen, die sich nirgends zugehörig fühlen, mithilfe einer Endung oder eines Binnen-I oder eines Sternchens anzusprechen. Und sie nicht einfach "mitzumeinen". Und es ist vollkommen egal, ob sie sich irgendwann in eine "Rolle" finden oder nicht. Denn die Jugend ist die Zeit der Unendlichkeit, die bleiern sein kann".

Also ja, ich finde genderneutrale Sprache wichtig. "Klimaneutral" und "Fridays for Future" finde ich übrigens auch wichtig - seltsam, dies als "Mode" zu bezeichnen.




Sehe es genauso. Sprache schafft wirklichkeit und es gibt keine "Anhängsel" auf diese Weise. Es braucht haltb etwas Zeit, bis sich die Menschen daran gewöhnen.

In meinem Berufsfeld im sozialen Bereich, auch in der Ausbildung, ist das bereits Alltag und erfreulicherweise auch für die Studierenden eine Selbstverständlichkeit geworden.
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Jacq68
New Member



82 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  21:33:58 Uhr  Profil anzeigen Sende Jacq68 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich finde, ein bisschen mildes gendern schadet nicht. Ich finde das Binnen-I z.B. in Ordnung, wenn es im Kontext Sinn macht.

Wenn es dann aber darum geht, dass man mit allerlei Sternli und Pronomen und trallalla sicherstellen muss, dass sich jede kleine Minderheit "angesprochen" fühlt, ist es für mich irgendwann nur noch Zwängerei/mimimi.

Ich finde es nicht so wichtig, dass immer und überall alle "angesprochen" werden. Man darf sich auch angesprochen fühlen, wenn man nicht explizit erwähnt wird. Ich bin ü50 und bin in den 70er und 80ern ohne all den Genderkram aufgewachsen, habe mich vielen frauenspezifischen Klischees etc. eh nie zugehörig gefühlt, und konnte trotzdem eine eigenständige Identität als Frau finden, ohne überall explizit repräsentiert und angesprochen zu sein.

Mir scheint, einige Leute haben den Blick fürs wesentliche ein bisschen verloren. Zudem finde ich, dass Leute in erster Linie als Menschen mit Geschichten, Talenten, Erfahrungen und Charaktereigenschaften interessant, liebenswert oder aber langweilig oder unsympathisch sind, und nicht als Angehörige eines Geschlechts oder einer sonstigen Identität oder sexuellen Ausrichtung oder Hautfarbe oder was auch immer. Grüppligroove war nie so meins, deshalb finde ich den starken Fokus darauf tendenziell etwas ungut.

P.S. Ich kann mich aber über ein paar Sternli auch nicht wahnsinnig aufregen.

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ponymeitli
Junior Member



173 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2021 :  23:25:51 Uhr  Profil anzeigen Sende ponymeitli eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Es geht dabei ja schon darum, dass man sich bewusst wird, was wie gesagt oder geschrieben wird. Ich persönlich kenne Alltagsdiskriminierung durchaus. Zwar nicht unbedingt darauf bezogen, dass ich eine Frau bin.

Ich bin kleinwüchsig (nicht offiziell, aber 140cm ist nunmal weit unter Durchschnitt). Oft werde ich einfach gedutzt, weil klein=Kind...obwohl man mittlerweile eigentlich sieht, dass ich nicht u18 bin.
Ab und an werde ich auch mal angestarrt. Das aber ist in den letzten paar Jahren etwas weniger geworden, Kindern nehme ich das generlell mal nicht übel, Erwachsene solltens besser wissen.
Bei Essenbestellungen werde ich meistens zuletzt gefragt. Oder ich werde manchmal, gerade in grösseren Menschenmassen, schlichtweg übersehen. Deshalb fahre ich ungern zu Stosszeiten Tram oder Bus.
Erst vor wenigen Tagen: Laptop Kauf= Mein Vater war der Einfachheit halber dabei. Und Männer werden nummal in Technik Dingen per se ernster genommen, weniger Mist angedreht den man nicht brauchen kann. Eine der ersten Fragen war, ob der Laptop für die Schule benötigt werde... War dem Verkäufer danach glaube ich aucht nicht mehr ganz recht, als er den Fehler bemerkte. Ich trage bewusst so gut wie nie Pink. Höchsrebs seeehr dezent.

Solche Beispiele erlebe ich fast jeden Tag

Daher: Ja, das Thema ist verdammt wichtig. Ob jetzt die komplette Sprache neu erfunden werden muss? Denke ich nicht, aber man muss sich damit auseinander setzen.

Ich mag mich zB. nicht erinnern, dass vor 25 Jahren Spielzeug für Mädchen so häufig in rosa/pink und Flausch/Glitzer gehalten wurde. Spielzeug Bagger und Traktoren gab es definitiv nicht in Pink und auch die Kleider/Schuhe waren nicht so pinklastig.
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gina 5
Junior Member



396 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2021 :  10:32:54 Uhr  Profil anzeigen Sende gina 5 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Danke für eure Beiträge.

Total spannend die verschiedenen Beiträge und Haltungen zu lesen. Einige davon bringen mich auch dazu, das Thema aus einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen.

Den Artikel im Tagblatt von Mosac finde ich auch gut. Den Erfahrungsbericht von ponymeitli sehr beeindruckend.

Grundsätzlich interessiert mich die Sprache und Wortbildungen generell. So bleibt es auch nicht aus, dass ich mir mal kurz überlegte, weshalb die Mehrzahl "die" (ZB die Männer) nicht einem Geschlecht zugeordnet wird, sondern selbstverständlich alle und alles beinhalten. Aber das ist nur Gedankenspielerei.

Gestern hörte ich im Fernseher zum ersten Mal den Begriff Gästin (gemeint weiblicher Gast). Es sind diese Auswüchse, die mich irritieren und stören. Es heisst ja auch nicht plötzlich "der Person".

Dann hoffe ich also auch mal drauf, dass die Sprache die Realität beeinflussen kann. ZB herrscht bei uns im Betrieb noch lange keine Lohngleichheit. Die Personen, die das definieren, sagen aber doch, passen die Parameter einfach so an dass die Lohnunterschiede gerechtfertigt erscheinen. So muss man an diesem Thema nicht mehr arbeiten und der Arbeitgeber steht nach Aussen fortschrittlich da.

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