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Nepaxa
Starting Member



43 Beiträge

Erstellt am: 29.11.2019 :  13:28:39 Uhr  Profil anzeigen Sende Nepaxa eine private Nachricht  Antwort mit Zitat
Habe mir über dieses Thema letzthin öfters Gedanken gemacht.
Beobachte immer wieder, so auch bei meinen, dass dies schwieriger ist als gedacht. Und ich meine mit "Sport" nicht solche, die dauernd an irgendwelche Concours geschleift werden, sondern solche die von sich aus über einen ausgeprägten Leistungswillen verfügen, gerne gearbeitet werden und hohes Mass an Bewegung brauchen.

Mir steht aktuell so gut wie keine Infrastruktur zur Verfügung. D.h. alles an Bewegung findet im Gelände statt. Obwohl ich mir SEHR viel Mühe mache, die Pferde so gut wie irgend möglich auzulasten, ist das echt nicht einfach. Die sind täglich viele Stunden auf der Weide, aber eben, die fordern trotzdem. Aus Erfahrung weiss ich, dass die viel zufriedener und ausgeglichener sind wenn die auch mal arbeiten können. NUR wenn's halt mal nicht geht, meine Güte, werden die das ja wohl überleben. Habs im Moment also ordentlich lustig im Gelände.

Kennt das jemand auch so? Man hört ja dann immer gerne "da musst du halt mehr Kopfarbeit machen". Super Sache. Geht bei meinen nur, wenn die körperlich gut ausgelastet sind, sonst sind die gar nicht konzentriert. Versteh ich ja dann auch.

Ich sehe aber auch Pferde, die von sich aus gar nicht so ein hohe Mass an Bewegung möchten. Wir haben Pferde im Stall, die aktuell gar nichts machen ausser Weide, und dann nicht mal da etwas rumspacken. Glaube das ist daher sehr typabhängig.
Andererseit wollte ich Frau Pferd was Gutes tun und habe die abends nochmal auf die Weide gestellt. Die fand das so oberbescheuert, das sie mit rumrennen zwei Eisen (!!!) abgezogen hat. Ich hab das zwar schon gerafft, dass die das scheisse findet, fand aber sie soll sich mal arangieren. Mich haben diese Sportpferdchen, die nach 1 Std Weide wieder reinwollten, schon immer genervt.
Für alle die das nicht glauben: gibts tatsächlich. Umso mehr nervt es mich, das meine das nun auch machen. Gut, nicht nach 1 Stunde, aber wenn sie genervt sind egal wegen was, machen die nur noch Mist draussen. Alle chillen, fressen, was weiss ich, meine wollen rein. Dumme Gäule, aber echt...
Sorry fürs rumjammern
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connyfe
Advanced Member



5478 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  14:00:51 Uhr  Profil anzeigen Sende connyfe eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Vielleicht einfach von Boxenhaft auf Offenstall wechseln? Das bewirkt meist wunder.
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MissPegasus
Senior Member



1019 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  14:07:27 Uhr  Profil anzeigen Sende MissPegasus eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Es gibt sicher ganz unterschiedliche Pferdecharaktere, trotzdem glaube ich auch, dass es (zumindest bei vielen aber nicht allen Pferden) auch etwas Erziehung ist, ob die Pferde nun zwingend täglich eine Stunde in die Halle müssen oder auch ohne das auskommen.
Meine ist auch eine Rakete und eigentlich sportgezogen, trotzdem wird sie nicht 7 Tage die Woche bewegt (schande über mich), ist aber im Laufstall mit viel Weide. Dass "DAS Sportpferd" nach einer Stunde wieder von der Weide rein will habe ich allerdings noch nie erlebt? Ausser es hat Viecher oder ist sonst zu heiss oder so?

Ich reite meine sehr oft im Gelände weil ich das auch gerne mag (ich glaube sie wäre auch ganz ok mit täglich Halle, kommt aber auch gerne mit ins Gelände) und reite da aber nicht nur am langen Zügel in der Gegend rum (das mach ich auch, und ich mache auch mal Renngalopp ohne jegliche Rücksicht auf korrekte Selbsthaltung des Pferdes). Ich fordere aber oft auch "Dressurlektionen" (von meinem Springpferd ) also reite ich mal einen Teil Schenkelweichen, mache Schlangenlinien, Travers, Halt, Trab verstärken, verkürzen, Übergänge.... und ganz allgemein: REITE das Pferd im Gelände, nehme es an die Hilfen und will es gelöst und an der Anlehnung haben.

Ich verstehe nicht ganz, wieso du dein Pferd im Gelände nicht fordern kannst? Ich finde das geht mit fast jedem Gelände, seis jetzt mit Galopparbeit auf Feldwegen oder Schritt/Trab geht ja auf jeder Strasse auch...

[und ja, meine kann auch mal abdrehen trotz aus meiner Sicht sehr pferdegerechter Haltung. Eher abhängig obs gerade ein Föhnsturm oder der erste Schnee gibt und weniger davon, ob ich die letzten zwei Tage viel mit ihr gemacht habe... Aber ich hab lieber ein Pferd das mal s Fudi lupft als eines, welches ich auf dem Galoppstück antreiben müsste )

Bearbeitet von: MissPegasus am: 29.11.2019 14:09:36 Uhr
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scheyni
Senior Member



1573 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  14:07:44 Uhr  Profil anzeigen Sende scheyni eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Nepaxa, kannst du noch etwas zur Haltungsform sagen? Wo sind die Pferde, wenn sie nicht auf der Weide sind? Auslaufboxen? Innenboxen? Offenstall?

Was fütterst du deinem Pferd?

Wie gestaltest du deine Ausritte? (Länge, Intensität etc.).
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scheyni
Senior Member



1573 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  14:09:46 Uhr  Profil anzeigen Sende scheyni eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: MissPegasus
Ich fordere aber oft auch "Dressurlektionen" (von meinem Springpferd ) also reite ich mal einen Teil Schenkelweichen, mache Schlangenlinien, Travers, Halt, Trab verstärken, verkürzen, Übergänge.... und ganz allgemein: REITE das Pferd im Gelände, nehme es an die Hilfen und will es gelöst und an der Anlehnung haben.

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Key
Senior Member



1936 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  15:10:44 Uhr  Profil anzeigen Sende Key eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Hab kein Sportpferd, aber ein Duracell Hase. In der Boxenhaltung ungeniessbar und dann bei der Arbeit explosiv. Aber bei mir sind sie in Offenstallhaltung und der Zwerg dreht dort viele Runden am Tag, animiert meinen zweiten zu viel mehr Bewegung und generell sorgt er für Bewegung in der Gruppe. Er braucht Kopfarbeit, weil intelligentes Tier und fordert auch viel. Aber er braucht richtige Körperliche Arbeit, wenn er zu wenig richtige Arbeit hat, wo er am Schluss schön Müde ist, wird er ungeniessbar.

Ich habe 2 total unterschiedliche Typen. Der eine der gerne viel und langsam sich bewegt und der andere der richtig Müde werden will.
Fazit für mich: Offenstall, wenig Krippenfutter, und der Duracell Hase wird eben 2-3x die Woche so richtig Müde gemacht. So pflegen wir ein friedliches Miteinander. Wobei ich habe auch gescheite Infrastruktur mit überdachtem Roundpen, Reitplatz usw. ohne diese Infrastruktur würde ich wohl Amok laufen.
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Tim und Wili
Senior Member



1463 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  19:21:52 Uhr  Profil anzeigen Sende Tim und Wili eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Meine Sportlerin wollte früher auch nicht auf der Weide bleiben, trotz Boxenhaltung. Nachdem sie verletzungsbedingt 2 Jahre auf der Weide stand hat sich das glücklicheweise erledigt.

Meine Fribistute wollte früher auch immer rein, sie ist aber auch extrem empfindlich auf Viecher. Seit sie eine Auslaufboxe hat bleibt sie viel entspannter und ist auch gerne lange draussen.

Arbeitstiere wollen und müssen immer ausreichend bewegt werden, sonst wird's einfach mühsam. Meine Sportlerin ist auch sehr auf Draht wenn sie zuwenig Arbeit hat und dann macht's nicht wirklich Spass mit ihr zu arbeiten...

Die Fribistute ist eher chillig, sie verträgt auch mal ein paar Tage Pause ohne das man anschliessend Stress hat.

Keine Stunde im Leben die man im Sattel verbringt ist verloren.

Bearbeitet von: Tim und Wili am: 29.11.2019 19:27:53 Uhr
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Lusi
Advanced Member



23694 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  19:52:42 Uhr  Profil anzeigen Sende Lusi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Die richtige Haltung ist alles. Und zwar mit Kumpels auf Weide. Keine Einzelhaft. Auf grosse Weide. Keine Boxen. Keine Auslaufboxen... Und "Mist" draussen machen, das nenne ich Bewegungsdrang dann loswerden, wenn sie wollen, und so solls sein.

Ich kenne in meinem doch langen Leben kein Pferd, das dann schreit: HIER, ARBEITE MICH!!!!

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Njusta83
Junior Member



479 Beiträge

Erstellt  am: 29.11.2019 :  20:01:26 Uhr  Profil anzeigen Sende Njusta83 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Haltung löst aber nicht alles. Meine stand 10 Jahre im Offenstall mit extrem viel Weidetage und Madame wollte trotzdem jeden Tag was unternehmen. Sie wurde da auch 3-4x/Woche auf dem Platz beweget und Rest dann raus ins Gelände. Im Winter wenn nur Gelände möglich war, wurde sie richtig genervt, weil ihr die Kopfauslastung gefehlt hat. Darum glaube ich schon, dass es wie bei Menschen die eher fleissigen und faulen Exemplare gibt.
Auch heute mit 21 braucht sie ihre Auslastung und fordert es auch, sie wird nicht gefährlich, aber man merkt die innere Unzufriedenheit.
Ich musste lernen damit umgehen und viele verstehen dies auch nicht, genau wie ich nicht verstehe wenn jmd sagt sein Pferd brauche nur 3mal die Woche 15min bewegt zu werden. Aber ja leben und leben lassen und das machen was fuer dein Pferd passt.

Ärgere nie ein Einhorn, es schlägt dich pink und rosa
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knusperkeks
Average Member



841 Beiträge

Erstellt  am: 30.11.2019 :  20:15:58 Uhr  Profil anzeigen Sende knusperkeks eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Wer seine Pferde nicht in Gruppenhaltung mit genügend Bewegungsanreiz hält, muss sie halt auch regelmässig und ausgiebig bewegen. Auch jetzt wo es Winter wird... und das geht auch im Gelände...
ich verstehe das Problem nicht ganz. Es gibt 2 Lösungen: Haltungsform ändern oder weiterhin ausgiebig bewegen.
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Nicky XI
Average Member



607 Beiträge

Erstellt  am: 30.11.2019 :  23:43:40 Uhr  Profil anzeigen Sende Nicky XI eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich habe bis jetzt zwei Pferde geritten, die deiner Beschreibung vom Temperament her zutreffen. Das hat aber meiner Meinung nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob sie "sportgezogen" sind. Sondern wie sie angeritten wurden.

Bei beiden weiss ich, dass sie entweder auf die Hengstleistungsprüfung, oder dann auf die Stutenleistungsprüfung vorbereitet wurden. Ich habe das Gefühl, dass das sehr geprägt hat.Die Stute ist bei mir noch vorwärtsgerannt und hat wie eine Verrückte ihr Gangwerk gezeigt, als sie bereits völlig verschwitz und müde war. Sie stand da schon länger im Offenstall und war sonst eher ein ruhiges Pferd. Aber sobald man im Sattel sass, wollte sie los.

Die Tochter von dieser Stute steht jetzt direkt nach der Fohlenweide im Offenstall, und wird schonend angeritten. Sie ist eine "Schlaftablette". Völlig unkompliziert und man kann sie schön reiten, aber die Spritzigkeit hat sie nicht von der Mutter geerbt.

Ich fand es bei beiden Pferden sehr schwierig, dieses sinnlose "Verausgaben" zu durchbrechen, bis sie mal merkten, weniger ist manchmal mehr.

Man muß das Unmögliche Versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
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Zueri123
New Member



69 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2019 :  19:43:59 Uhr  Profil anzeigen Sende Zueri123 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich hab auch so ein Tier, hoch im Blut stehend, auf Sport gezüchtet, viel Temperament und Leistungswillen.

Stand bis jetzt im OS mit 24h riesen Weide und war eher nicht ausgeglichen obwohl wir im Sommer sogar Distanzritte gemacht haben und generell viel geritten sind. Seit einem Monat haben wir den Stall gewechselt zu einer Auslaufboxe mit Weidegang am Nachmittag. Sie ist deutlich ausgeglichener und ruhiger innerlich. Ich denke OS war vielleicht doch nicht das richtige für uns, sie war (bisher in jedem Stall) Herdenchefin und hatte offenbar stress damit.

Bei meiner hilft es wenn man viel Abwechslung reinbringt und sie ab und an richtig auslastet. Jeden Tag richtig auslasten führt dazu, dass sie nur Kondition aufbaut und die Erwartung hat das jeden Tag was läuft. Letztes Jahr im Winter war ich jeden Tag 1-2 Stunden richtig mit ihr reiten trotz 24h Weide, das war Horror weil sie viel zu fit war.

Seit dem Frühling habe ich es etwas umgestellt, es gibt einen Pausentag, einen Tag Bodenarbeit(Agility, Arbeit an der Hand, Parelli, Anti-Schreck-Training, longieren), einen Tag anstrengende Reitstunde mit Kavalettis, einen langen Ausritt, den Rest gehen wir ausreiten oder arbeiten auf dem Platz. Seitdem ist mehr Ruhe drin.

Mit Kraftfutter muss man auch aufpassen bei solchen Pferden. Lieber viel Heu als viel Kraftfutter, das geht sonst sofort an die Nerven.
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Nepaxa
Starting Member



43 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2019 :  14:38:04 Uhr  Profil anzeigen Sende Nepaxa eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Oh ja natürlich. Die haben boxenhaft, konsequent und seit jeher. Kommt auch nicht in Frage dass ich das mal ändern würde, um zu schauen obs hilft. Und die bekommen am Tag 5 kg Hafer, gequetscht, mit etwas Schimmel als Beilage. Weide sowieso nur einzeln, alles andere wäre ja lebensmüde. Geritten nur mit Radsporen, Sperrriemen, Pelham und Schlaufzügel *ironieoff*

Danke an diejenigen, die die Message verstanden haben. Bin froh geht das auch anderen so. Besserung ist in Sicht, Infrastrukturtechnisch. Wir freuen uns sehr sehr sehr
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Lila1290
Advanced Member



2073 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2019 :  14:46:57 Uhr  Profil anzeigen Sende Lila1290 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich würde auch an der Haltung etwas ändern.

Vielleicht nicht nur viel Weide oder Offenstall sondern ein gut durchdachter Aktiv(lauf)stall in gut zusammengestellten Gruppen viel viel Anreiz für gute Bewegung. Kostet Geld, bedingt oft längere Fahrwege (weils die Dinger nicht an jeder Ecke gibt) aber lohnt sich allemal (Spoiler, Eisen müssen aber in allen mir bekannten ab...).

Meine ist vor knapp 30 Monaten vom Offenstall in einen Paddocktrail gezügelt und das Pferd hat sich nochmals deutlich verändert. Dem Pferd zuliebe, gerade bei solchen Herausforderungen, würde ich einen solchen Umzug unbedingt in Betracht ziehen.


Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert seine eigene. - Albert Schweizer

Ideale sind wie Sterne: man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich nach ihnen orientieren. - Carl Schurz

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souhaila
New Member



83 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2019 :  16:34:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche souhaila's Homepage Sende souhaila eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich kenne solche Pferde auch. Und bislang war allen eines gemeinsam: sie hatten wegen irgendetwas grausamen Stress! Ein ganz "schönes" Beispiel stand mal bei uns am Stall. Die Besitzerin hat ausnahmlos täglich mit ihr gearbeitet: Dressur, Springen, Ausritte. Nie extrem lang, dafür mit viel Galopp ... Und trotzdem hat ihr Pferd unsere Winterweide in Windeseile in einen tief versumpften Acker verwandelt und sie war immer sehr grantig, oft nervös, hat sich gelegentlich kaum beherrschen können, wenn man sie auf die Weide brachte. Ein richtiges "Sportpferd" halt (das war jetzt ironisch ). Irgendwann musste die Besitzerin unters Messer und konnte 6 Wochen nicht zu ihrem Pferd und das auch noch im Winter. Uns hat allen davor gegraust, wie sie sich wohl benehmen wird, wenn sie so lange gar nichts tut. Aber Überraschung: das Pferd war nie so ruhig und ausgeglichen wie in der Zeit!!! Die hatte einfach Stress durch den nicht immer sehr rücksichtsvollen Umgang ihrer Besitzerin (die sie sehr geliebt hat, aber wohl vieles einfach nicht gesehen hat).
Mein gar nicht sportgezogenes Connemara war übrigens anfangs auch so. Die hatte Stress, weil sie absolut kein Vertrauen in den Menschen hatte und deshalb ständig auf der Hut war. Und wegen unpassender Haltung. Als das behoben war hatte sie immer noch Pfupf, aber sie war nie mehr "von Sinnen" oder irgendwie "durchgeknallt".
Andere Pferde haben Stress wegen der falschen Herdenzusammenstellung (wie oben schon mal jemand angesprochen hat) oder weil sie Schmerzen haben oder sich halt wirklich in der Haltung nicht genug bewegen können oder eine dauerhafte Grundangst haben, so dass sie innerlich nie zur Ruhe kommen können. Das alles führt zu einer ständigen Grundanspannung und dadurch überschiessenden Reaktionen.
Wenn sie hingegen nur mal lustig rumhüpfen und voller Eifer ausschreiten, wenn es wieder mal rausgeht nehme ich alles zurück . Das ist tatsächlich normal und bei einem bewegungsfreudigeren Pferd kann das auch schon mal eine ziemliche Show geben. Die ganze Ausstrahlung eines übermütig hüpfenden Pferdes ist aber ganz anders als die eines gestressten und das was Du von ihrem Verhalten auf der Weide schreibst tönt jetzt eher gestresst. Aber das kannst Du natürlich vor Ort besser beurteilen
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gina 5
Junior Member



233 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2019 :  17:16:37 Uhr  Profil anzeigen Sende gina 5 eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Meine Tipps wären:

Wenn die Pferde aus dem Sport kommen, das Training über mehrere Wochen oder Monate runterfahren

Fütterung anpassen / Getreide reduzieren

Im Gelände nach Möglichkeit mit der Aufmerksamkeit beim Pferd sein, auch in der Zeit wo man keine Uebungen macht.
Grund für diesen Tipp: Ich glaube, ein wesentlicher Faktor der Umstellung ist, dass sich Mensch plötzlich viel weniger mental mit dem Pferd beschäftigt, wie wenn man im Training was von ihm fordert.

Haltungsform wählen, die für das Pferd passt. Wenn es Gruppenhaltung ist, dann auf gute Pferdezusammenstellung und ausreichend Ruhemöglichkeit achten.
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Jurablitz
Junior Member



246 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2019 :  22:31:32 Uhr  Profil anzeigen Sende Jurablitz eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: souhaila



souhaila Super geschrieben, habe immer wieder dieselben Erfahrungen gemacht.


Bau eine Brücke - die am anderen Ufer warten darauf...
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Lusi
Advanced Member



23694 Beiträge

Erstellt  am: 03.12.2019 :  14:02:45 Uhr  Profil anzeigen Sende Lusi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Nepaxa

Oh ja natürlich. Die haben boxenhaft, konsequent und seit jeher. Kommt auch nicht in Frage dass ich das mal ändern würde, um zu schauen obs hilft. Und die bekommen am Tag 5 kg Hafer, gequetscht, mit etwas Schimmel als Beilage. Weide sowieso nur einzeln, alles andere wäre ja lebensmüde. Geritten nur mit Radsporen, Sperrriemen, Pelham und Schlaufzügel *ironieoff*

Danke an diejenigen, die die Message verstanden haben. Bin froh geht das auch anderen so. Besserung ist in Sicht, Infrastrukturtechnisch. Wir freuen uns sehr sehr sehr


trüllts??? ... und dann am Schluss schreibt man doch, dass sich scheinbar da infrastrukturtechnisch was am Ändern ist.

Sehr interessant....
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Lusi
Advanced Member



23694 Beiträge

Erstellt  am: 03.12.2019 :  14:05:23 Uhr  Profil anzeigen Sende Lusi eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: souhaila



Danke Souhaila.

Der Mensch ist sich gar nicht bewusst, was für ein Stress-Faktor er fürs Pferd oft ist. Der dumme Gaul ist schuld oder seine Hebamme - äh, sein Züchter... So ein Bullshit.

Wer nicht gewillt ist, den Fehler oder das Unvermögen bei sich selber zu suchen, sollte kein Pferd haben. Es gibt ja andere Hobbies...
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Tim und Wili
Senior Member



1463 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  07:18:52 Uhr  Profil anzeigen Sende Tim und Wili eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Den Stressfaktor Mensch will ich gar nicht bestreiten, vielfach ist bei ehemaligen Sportpferden aber nicht der aktuelle Besitzer dafür verantwortlich. Da spielt die frühere "Verwendung" und die damit verbundenen Umstände eine grosse Rolle. Und das fängt bereits beim (Auf)züchter an, die kostbaren Pferde dürfen nicht oder nur alleine auf die Weide, beim Anreiten wird auf Leistung getrimmt, dann sollen die Sporterfolge stimmen und und und. Wenn dann ein Freizeitreiter so ein ausgedientes Sportpferd übernimmt kann's schon nicht so einfach sein.
Bei meiner Stute ist's mittlerweile ziemlich gut, aber oft fällt sie wieder in alte Verhaltensmuster, obwohl wir seit sie bei mir ist alles was sie gestresst hat eliminiert haben und auch nie irgendwelche sportlichen Anforderungen an sie gestellt haben. Wir leben damit, aber manchmal frustriert es einem auch und es tut mir für sie leid.

Keine Stunde im Leben die man im Sattel verbringt ist verloren.

Bearbeitet von: Tim und Wili am: 04.12.2019 07:19:33 Uhr
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liberty
Junior Member



316 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  08:10:53 Uhr  Profil anzeigen Sende liberty eine Private Nachricht  Antwort mit Zitat
Ich hatte bis jetzt 5 Rennpferde von der Bahn - drei habe ich noch - alle in Offenstall mit 24 Std. Weide gezügelt. Anfangs waren sie noch 3-4 Tage abgetrennt, einer ging sogar direkt nach der Ankunft in die Gruppe, da er sich trotz bisheriger Boxenhaft abgetrennt von den anderen furchtbar aufgeregt hat.
Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Pferd unbedingt arbeiten will, da teile ich die Meinung, dass irgendetwas nicht stimmt - Haltung, Gruppe oder sonstiges. Nicht umsonst habe ich 2 Jahre nach einem Offenstall in VP, in meiner Umgebung gesucht.
Was meine definitiv bevorzugen, ist einen direkter Weidezugang, sodass wenn irgendetwas ist, sie sich in den Stall zurückziehen können.
Meine Meinung: Haltung optimieren und dein Pferd wird dich nicht mal mehr mit dem Hinterteil anschauen...
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